alogra nutzt Open Source. Doch ist Open Source kostenlos? Nein!
In letzter Zeit ist zu beobachten, dass "sachkundige" Artikel in Wirtschaftsmagazinen und wirtschaftsnahen Publikationen erscheinen, die das Thema Website und Technologie aufgreifen. Oft ist es so, dass der Autor motiviert ist, einen interessanten Artikel zu schreiben. Dabei wird auf "kostenlose" Software eingegangen und dem unwissenden Leser vermittelt, dass Großes für kleines Geld zu kriegen ist. Was letztendlich auch damit zusammenhängt, dass der Autor selbst einen interessanten Artikel verfassen möchte. Und was ist nicht interessanter, als als Leser in Erfahrung zu bringen, wo die Schnäppchen sind?
Doch was ist Open Source? Ist Open Source das kostenlose Brötchen? Nein! Open Source ist nicht mehr als das kostenlose Mehl und das kostenlose Wasser. Doch auch beim Mehl und beim Wasser gibt es unterschiede. Genauso wie es Unterschiede bei den Automobilen gibt. Ein Trabant fährt - ein Porsche und ein Merces auch. Ergo gehören beide einer Klasse an: den Autos. Doch sind beide sehr, sehr verschieden. Das eine Auto ist schnell, das andere sicher und der Trabant erfüllt nur den Zweck von A nach B zu kommen, ohne Komfort, Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Ein großer Trugschluß ist es, zu denken, dass Open Source Software ein fertiges Produkt ist. Dem ist nicht so. Man muss bedenken, dass in bekannte Open Source Software tausende Arbeitsstunden stecken. Aufgerechnet mit einem Agentursatz von bspw. 80 € pro Stunde ist der Wert einer dieser Software womöglich sechsstellig.
Ein zweites Argument ist oft, dass Open Source Software leicht von einem zweiten oder dritten Dienstleister weiterentwickelt werden kann. Sprich ein Unternehmen lässt sich eine Website mit bspw. Typo3 machen. Wenn das Geschäftsverhältnis zwischen dem Dienstleister und dem Auftraggeber beendet wird, stellt sich die Frage: wie produktiv kann ein anderer Dienstleister die Arbeit an der Website fortführen?
Ist das wirklich so? Ist es so, dass eine Website in Typo3 von Dienstleister A von Dienstleister B fortgeführt werden kann, ohne dass Zeit und damit Geld verwendet wird, in das System einzusteigen? Das kann gut möglich sein, solange es sich um eine Standard-Website handelt. Sind aber spezielle Anforderungen zu realisieren, stößt man bspw. mit Typo 3 schnell an die Grenzen des Machbaren - vor allem aber an das Problem, dass Erweiterungen, die es ebenso als Open-Source gibt, schlecht bis gar nicht miteinander kombinierbar sind. Und an dieser Stelle steigt der Entwicklungsaufwand in einem meist nicht standartisierten Software-System. Was dabei herauskommt ist "Gefrickel" verbunden mit unberechenbaren Zeitaufwand. Von den nicht einzuschätzenden Sicherheitsrisiken die in den Modulen schlummern ganz zu schweigen.
So verheißungsvoll man als Kunde auf Open Source Software zugeht und hofft, ein Schnäppchen zu machen, sollte man immer bedenken, dass hinter jeder Open Source Software noch ein Aufwand steht, das System zu dem zu machen, was es können soll. Dieser Aufwand wird oft unterschätzt - ja gar dementiert. Das ist ein großer Trugschluss.
Gesunde und nach professionellen Prinzipen entwickelte Individual-Software ist auch für einen zweiten Dienstleister schnell fortzuführen. Denn wenn darin gängige und professionelle Prinzipien der Software-Entwicklung angewendet wurden, steht der schnellen Weiterentwicklung nichts im Wege. Es kann dann sogar sein, dass individuelle Erweiterungen zum einen sicherer, performanter und zuverlässiger - ja berechenbarer sind als freie Open Source Lösungen.
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